“Briar U-Reihe”

von Elle Kennedy

Diese Rezension kann Spoiler erhalten.

Nachdem ich erst im März die Off-Campus-Reihe von Elle Kennedy beendet habe, war ich schon sehr gespannt auf die Briar U-Reihe und darauf, neue Charaktere kennenzulernen sowie alten Bekannten wieder zu begegnen. Elle Kennedys Schreibstil ist wirklich angenehm; ich konnte immer gut folgen und fand mich schnell in den Geschichten zurecht. Besonders gut gefallen hat mir, wie sie ihre Hauptprotagonisten mit der richtigen Portion Witz und Schlagfertigkeit ausstattet. Ich bin förmlich durch die Kapitel geflogen, da die Geschichten mich gefesselt haben und ich mich einfach gut unterhalten fühlte.



“The Chase” – Summer & Colin

Klappentext

Nachdem sie von ihrer bisherigen Uni geflogen ist, beginnt Summer Di Laurentis an der Briar University ein neues Leben. Doch ihr neuer Mitbewohner, der introvertierte, tätowierte Eishockeyspieler Colin Fitzgerald, macht der fröhlichen Summer das Leben schwer. Obwohl er so gar nicht ihrem üblichen Typ entspricht und als Kumpel ihres großen Bruders sowieso off-limits ist, ist die Anziehungskraft zwischen ihr und Fitz kaum auszuhalten. Trotzdem gibt er ihr deutlich zu verstehen, dass er sie für ein oberflächliches It-Girl hält, und treibt sie damit in den Wahnsinn. Doch als die beiden Mitbewohner mehr Zeit miteinander verbringen, erkennt Summer, dass hinter Fitz‘ schroffer Fassade viel mehr steckt, als sie zunächst gedacht hat.



Rezension

Vorab ist zu erwähnen, dass das Buch keine Content Note hat. Daher ist es mir wichtig, darauf hinzuweisen, dass folgende Aspekte behandelt werden: toxische Familienverhältnisse, Belästigung und sexueller Übergriff.

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, da ich gespannt auf Summers und Colins Geschichte war. Summer hat ihren ersten Auftritt im dritten Teil der Off-Campus-Reihe und die Anziehung zwischen ihr und Colin wurde sofort angedeutet. Die Geschichte beginnt direkt mit Summers Start an der Briar Universität und ihrer Suche nach einem Zimmer. Mit Hilfe ihres Bruders Dean kommt sie in der WG von Hunter, Hollis und Colin unter. Die Anziehung zwischen Summer und Colin ist von Anfang an spürbar, doch Missverständnisse treiben einen Keil zwischen die beiden.

Auf den ersten Blick wirken sie grundverschieden, doch ihre Gemeinsamkeiten bereichern die Geschichte sehr. Ich fand es schön zu sehen, wie beide sich im Laufe der Geschichte unterstützen.
Summer hat stark mit den Nebenwirkungen ihrer ADHS und den daraus resultierenden Selbstzweifeln zu kämpfen. Auch Colin trägt sein eigenes Päckchen mit sich herum. Erst nach und nach wird klar, in welchem toxischen Familienverhältnis er aufgewachsen ist. Ich hätte mir gewünscht, dass das aktuelle Verhältnis zwischen Colin und seinen Eltern stärker thematisiert wird. Ich hätte mir eine Aussprache oder Konfrontation zwischen den dreien gewünscht.

Generell ist der Miscommunication-Trope in diesem Buch sehr präsent, was die Annäherung der beiden natürlich enorm verzögert. Obwohl dieser Trope nicht zu meinen liebsten gehört, kann er gut umgesetzt werden. In diesem Buch hat er sich für meinen Geschmack jedoch etwas zu sehr in die Länge gezogen. Gegen Ende fand ich die ein oder andere Szene nicht sauber ausgearbeitet, wie zum Beispiel Summers plötzlicher Entschluss, nach der Spendengala mit Colin Schluss zu machen, um ihm und seiner Karriere nicht im Weg zu stehen. Dieses Verhalten hat meiner Meinung nach überhaupt nicht gepasst, besonders wenn man bedenkt, wie Kamal sich zuvor aufgeführt hat. Zum Glück hat Colin das nicht hingenommen.

Insgesamt war das Buch solide, konnte aber meine Erwartungen nicht ganz erreichen. Daher gibt es von mir 3,5 Sterne für „The Chase“.


“The Risk” – Brenna & Jake

Klappentext

Brenna Jensen weiß genau, dass sie von Eishockeyspielern die Finger lassen sollte. Vor allem, wenn es sich um jemanden aus dem gegnerischen Team handelt, denn als Tochter des Briar-Coaches würde sie sich nie auf den Feind einlassen. Ihre Regel gilt erst recht für Jake Connelly, den arroganten Eishockey-Captain von Harvard, der ihr immer wieder über den Weg läuft.

Doch als sie im Bewerbungsgespräch für ein begehrtes Praktikum zu einer Notlüge greift, ist sie ausgerechnet auf Jakes Hilfe angewiesen. Er soll vorgeben, ihr Freund zu sein. Jake willigt ein, aber nur unter einer Bedingung: Für jedes gespielte Date verlangt er ein echtes. Und Brenna ertappt sich bald dabei, dieses Spiel zu genießen …



Rezension

In „The Risk“ bleiben wir in der Welt des College-Eishockeys und ich war sehr aufgeregt, Brenna und Jake, die wir bereits in „The Chase“ kennenlernen durften, wiederzusehen. Auch in diesem Buch gibt es keine Content Note. Es ist wichtig zu erwähnen, dass Themen wie Drogenmissbrauch und eine Fehlgeburt behandelt werden. Diese Themen verleihen der Geschichte eine tiefere emotionale Schicht.

Die explosive Mischung der Tropes, der Badass Protagonistin und des packenden Plots hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Die Rivalität zwischen den Mannschaften und die Spannungen zwischen den Trainern sind zentrale Themen, die die Handlung vorantreiben. Brenna und Jake haben von Anfang an eine starke Anziehung zueinander, die ich einfach so gut fühlen konnte. Wer Garrett Graham liebt, wird auch Jake Connelly lieben – beide sind charmante und ehrgeizige Charaktere, die nicht schnell aufgeben sondern für das kämpfen was sie wollen.

Besonders gut hat mir die Kennenlernphase zwischen Brenna und Jake gefallen. Ihre Neckereien und der schrittweise Aufbau ihrer Beziehung waren unterhaltsam und authentisch. Ich fand es spannend zu sehen, wie Brenna sich langsam Jake gegenüber öffnete, obwohl sie zu Beginn keine Beziehung wollte. Die gesamte Geschichte und die Charaktere sind super ausgearbeitet. Brenna ist eine unglaubliche starke Protagonistin, und im Laufe des Buches erfahren wir mehr über ihre Vergangenheit und die Gründe für ihr angespanntes Verhältnis zu ihrem Vater.

Ein besonders schöner Moment für mich war die Aussprache zwischen Brenna und ihrem Vater, die für beide einfach so wichtig war, um die Vergangenheit abzuschließen zu können. Generell finde ich es immer gut wenn ein Thema, das sehr präsent dargestellt wird, im Laufe der Geschichte auch aufgegriffen und aufgearbeitet wird. Wie hier das Verhältnis zwischen Brenna und ihrem Vater. Diese Entwicklung hat die Geschichte für mich noch berührender gemacht, da die Vergangenheit wie ein Damoklesschwert über den beiden gehangen hat. Ich wurde mehr als positiv überrascht von diesem Buch, und es wird mir definitiv in Erinnerung bleiben. Daher gibt es von mir 4 Sterne für „The Risk“.


“The Play” – Hunter & Demi

Klappentext

Nach einer katastrophalen letzten Saison fasst Hunter Davenport, der neue Kapitän des Briar-Eishockeyteams, einen Entschluss: Dieses Jahr gilt sein Fokus ausschließlich dem Eishockey. Keine Niederlagen mehr, keine Ablenkungen und erst recht keine Frauen. Doch seine Kommilitonin Demi Davis stellt seine guten Vorsätze auf eine harte Probe. Als sie für ein gemeinsames Uniprojekt viel Zeit miteinander verbringen müssen und sich dabei immer besser kennenlernen, fällt es Hunter zunehmend schwerer, Demi zu widerstehen. Und obwohl sie eigentlich nur befreundet sein wollen, macht es Demi großen Spaß, ihn mehr und mehr herauszufordern …



Rezension

Ich war schon sehr gespannt darauf, wie es in „The Play“ mit Hunter Davenport, dem neuen Kapitän, weitergeht. Auch in diesem Buch gibt es keine Content Note. Es ist dennoch wichtig zu erwähnen, dass Themen wie Betrug, toxisches Familienverhältnis und ein Selbstmordversuch behandelt werden.

Nachdem sich Hunters Geschichte in den letzten beiden Bänden bereits aufgebaut hat, war ich wirklich neugierig, wie sich sein Charakter weiterentwickeln wird. Nach dem Desaster der letzten Saison hat Hunter geschworen, den Mädchen und dem Sex abzuschwören, um sich voll und ganz auf Eishockey und sein Team zu fokussieren. Doch als er bei einer Partnerarbeit für einen Uni-Kurs mit Demi Davis zusammengesteckt wird, entsteht schnell eine gute Freundschaft zwischen den beiden. Als Demi schließlich herausfindet, dass ihr langjähriger Freund sie mehrmals betrogen hat, steht Hunter ihr zur Seite. Nach und nach wächst die Anziehung zwischen den beiden, doch Hunter möchte sein selbst auferlegtes Zölibat nicht brechen und gerät mehr als einmal in Bedrängnis. Der „Friends to Lovers“-Trope ist in dieser Geschichte gut umgesetzt, und ich mochte es sehr, wie die beiden sich während ihrer Projektarbeit näher kennenlernten und sich gegenseitig ermutigten und unterstützten.

Hunter hat große Angst, so zu werden wie sein Vater, und verbietet sich den beruflichen Weg einzuschlagen, den er eigentlich anstrebt. Da es eigentlich Hunters Buch war, war ich etwas enttäuscht, dass er nicht wirklich im Mittelpunkt stand. Die Beziehung zu seinen Eltern wird nur erwähnt, aber sie treten nicht in Erscheinung. Es gibt keine Konfrontation oder Aussprache, was die Charakterentwicklung hätte vorantreiben können. Das fand ich wirklich schade und ich hätte mir hier mehr erhofft.
Demi hingegen hat eine starke und dickköpfige Persönlichkeit und auch ihr Latina Temperament kommt gelegentlich zum Vorschein. Sie kennt ihren eigenen Wert und zieht einen klaren Schlussstrich, nachdem sie den Betrug ihres Freundes aufgedeckt hat. Besonders gut gefallen hat mir, wie sie sich ihrem Ex gegenüber behauptet hat. Auch der Erwartungsdruck ihres Vaters ist realistisch dargestellt, und ich schätze, wie sie für sich einsteht und ihren Eltern klarmacht, was sie möchte und was sie sich für ihre Zukunft wünscht.

Generell ist „The Play“ ein sehr unterhaltsames Buch. Ich musste mehr als einmal lachen, als das Team sich für ein Maskottchen eingesetzt hat und sich erst mit “Pablo Eggscobar” beweisen musste. Auch die neuen Teammitglieder wachsen einem gleich ans Herz. Wer wie ich Bonusmaterial liebt, dem kann ich den Extended Epilog auf Elle Kennedys Website nur empfehlen.
Insgesamt vergebe ich für „The Play“ 3,5 Sterne.


“The Dare” – Conor & Taylor

Klappentext

Die schüchterne Taylor Marsh wird auf einer Party von ihren fiesen Verbindungsschwestern zu einer Mutprobe herausgefordert: Vor den Augen ihrer Kommilitonen soll ausgerechnet sie Conor Edwards verführen, den heißen Eishockeyspieler des Briar-Teams. Doch anstatt mit ihm zu flirten, gesteht sie ihm kurzerhand die Wahrheit. Zu ihrer Überraschung willigt Conor sofort ein, ihr zu helfen – und ihren Verbindungsschwestern eins auszuwischen. Auch nach der Party tun die beiden so, als wären sie ein frisch verliebtes Paar. Doch je näher sie sich für dieses Spiel kommen, umso mehr verschwimmen die Grenzen. Was ist noch gespielt, und was ist echt?



Rezension

Auch in diesem Band gibt es keine Content Note. Mir ist allerdings wichtig zu erwähnen, dass Themen wie Mobbing und Body-Shaming behandelt werden, da dies die Charaktere und ihre Entwicklung maßgeblich beeinflussen.

Das letzte Buch der Briar U-Reihe unterscheidet sich deutlich von seinen Vorgängern. Nachdem wir Conor als Playboy in „The Play“ kennenlernen durften, war ich sehr neugierig auf seine Geschichte. In diesem Teil spielt Eishockey jedoch keine zentrale Rolle; stattdessen wird es nur am Rande erwähnt. Die Handlung beginnt auf einer Kappa-Chi-Verbindungsparty, wo Taylor von ihren fiesen Verbindungsschwestern herausgefordert wird, den heißen Eishockeyspieler Conor zu verführen. Aus Angst vor einer Abfuhr gesteht sie Conor die Wahrheit über die Herausforderung und bittet ihn um Hilfe. Conors Beschützerinstinkt ist sofort geweckt und zu ihrer Überraschung stimmt er nicht nur zu, ihr zu helfen, sondern schlägt auch vor, eine gefakte Beziehung vorzutäuschen, um sich an den bösen Verbindungsschwestern zu rächen.

Von Beginn an erfahren wir, dass Taylor sich in ihrem Körper unwohl fühlt und ständig Hänseleien und Body-Shaming ausgesetzt ist. Aufgrund dessen kämpft sie auch mit großen Selbstzweifel. Sie hat ein kaum vorhandenes Selbstwertgefühl und misst ihr Körper- und Schönheitsideal anhand ihres Gewichts und Aussehens. Ihre Angst vor einer plötzlichen Zurückweisung oder Demütigung sind tief in ihr verankert. Ich persönlich fand ihre Gedanken und Gefühle sehr realistisch dargestellt.

Conor hat ebenfalls mit seinen eigenen Selbstzweifeln zu kämpfen. Er und seine Mutter hatten es früher nicht leicht und mussten mit wenig Geld auskommen. Erst als seine Mutter Max, einen wohlhabende Mann, heiratet, verändert sich das Leben der beiden schlagartig. Doch Conor kann mit reichen Kids nichts anfangen und sieht sich auch heute noch als Kind aus der Gosse. Er traf schlechte Entscheidungen, die ihn jetzt an der Briar Universität wieder einholen. Als Kai auftaucht und ihn mit seiner Vergangenheit erpresst, fällt er in tiefe Verzweiflung. Ich fand es sehr realistisch dargestellt, wie Angst und Resignation ihn lähmen und weiterhin seine Entscheidungen beeinflussen. Besonders gut gefallen hat mir die Aussprache mit Max, seinem Stiefvater. Ich hatte von Anfang an ein positives Gefühl bei Max und wurde nicht enttäuscht. Diese Aussprache tat beiden gut, hätte aber meiner Meinung nach viel früher stattfinden sollen.

In diesem Buch ist der Miscommunication-Trope sehr präsent, was sich durch die gesamte Handlung zieht. Wer mit diesem Trope nichts anfangen kann, sollte vielleicht die Finger von diesem Band lassen. Bis zum Ende hin werden sowohl Taylor als auch Conor mit ihren Ängsten und Selbstzweifeln konfrontiert und sabotieren sich gegenseitig ihr Glück, indem sie in alte Gewohnheiten zurückfallen. Was mir am Ende gut gefallen hat, war die Unterstützung, die Taylor von den Kappa-Chi-Schwestern nach dem Vorfall mit Jules erhielt. Es war schön zu sehen, wie sich die Dynamik in der Verbindung verändert hat.

Insgesamt hat mir dieser Band nicht ganz so gut gefallen wie die vorherigen Teile der Reihe. Das Setting fühlte sich von Anfang an anders an und es passte nicht ganz in die Briar U-Reihe. Daher vergebe ich 3 Sterne für „The Dare“.


Alle Teile der Briar U-Reihe sind in Dual PoV geschrieben. Sowohl der weibliche als auch der männliche Teil werden von Julia Gruber gesprochen. Natürlich wäre eine männliche Stimme für den männlichen Part schöner gewesen, aber ich hatte schon einige Hörbücher, die nur von einer Person vertont wurden, und fand es nicht weiter schlimm. Sie hat einen guten Job gemacht, auch wenn ich die Sprecherin der Off-Campus-Reihe etwas angenehmer zum Hören fand.

Dem Spicelevel aller vier Bücher gebe ich 2 von 5 Chillis. Insgesamt hat mir die Briar U-Reihe gut gefallen – es waren abwechslungsreiche Geschichten und es hat einfach Spaß gemacht, wieder in die Welt der Briar Universität und des College-Eishockeys einzutauchen!